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Tabakrauch

Was viele unterschätzen
13. September 2022 durch
LDL, Diana


Tabakrauch zählt weltweit zu den häufigsten vermeidbaren Gesundheitsrisiken. Sobald eine Zigarette oder Shisha angezündet wird, entsteht durch die Verbrennung ein komplexes Gemisch aus tausenden chemischen Stoffen – darunter zahlreiche giftige und krebserregende Substanzen. Laut österreichischem Gesundheitsportal enthält Tabakrauch über 4.800 verschiedene Stoffe (gesundheit.gv.at).


Was viele nicht wissen:

Wir nehmen den Rauch nicht nur über unsere Atemwege auf, sondern auch über unser größtes Organ: die Haut. Somit reicht unsere bloße Anwesenheit in der Nähe einer rauchenden Person, um uns zu schaden.

Die Belastung betrifft also nicht nur aktive Raucher. Auch Passivrauchen kann gesundheitliche Folgen haben. Schadstoffe verteilen sich in der Raumluft und lagern sich zusätzlich an Möbeln, Kleidung, Wänden oder Textilien ab. Dadurch bleiben Rückstände oft lange in Innenräumen vorhanden. Besonders problematisch ist die Verbrennung von Tabak. Dabei entstehen unter anderem Teer, Kohlenmonoxid, Formaldehyd und weitere gesundheitsschädliche Stoffe, die Atemwege, Herz-Kreislauf-System und Lunge belasten können. Genau dieser Verbrennungsprozess ist einer der größten Unterschiede zwischen klassischen Tabakprodukten und E-Zigaretten.

Kalter Tabakrauch

Abbildung: Tabakrauch; Eigene Abbildung in Anlehnungan Deutsches Krebsforschungszentrum

Immer mehr erwachsene Raucher beschäftigen sich deshalb mit Alternativen zum klassischen Rauchen. Beim Dampfen findet keine Tabakverbrennung statt, wodurch viele typische Verbrennungsstoffe deutlich reduziert werden. Trotzdem gilt auch hier: Wer weder raucht noch dampft, lebt gesundheitlich am besten.

Wichtig ist vor allem eine sachliche und ehrliche Aufklärung statt Panikmache oder Verharmlosung. Wer sich mit dem Thema Rauchen, Passivrauch oder E-Zigaretten beschäftigt, sollte auf wissenschaftliche Informationen und seriöse Quellen achten.

Tabakrauch ist weit mehr als nur unangenehmer Geruch. Die enthaltenen Schadstoffe belasten nicht nur Raucher selbst, sondern auch deren Umgebung. Sich mit Alternativen und Gesundheitsrisiken auseinanderzusetzen, ist daher sinnvoll - besonders für Menschen, die langfristig vom klassischen Rauchen weg möchten.



Weiterführende Infos: 

Deutsches Krebsforschungszeitrum, Tabakrauch - ein Giftgemisch

Deutsches Krebsforschungszeitrum, Kalter Tabakrauch

Ausgewählte giftige und krebserzeugende Substanzen im Tabakrauch
Substanz Beispiele für Verwendung / Vorkommen Toxische Eigenschaften
Acetaldehyd Zwischenprodukt zur Herstellung zahlreicher organischer Großprodukte krebserzeugend, reizt die Augen und den Atemtrakt, stört die Selbstreinigung der Lunge durch Lähmung der Flimmerhärchen im Bronchialtrakt
Acrylnitril Produktion von Acrylfasern und Plastik krebserzeugend, reizt die Schleimhäute, verursacht Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit
Ammoniak in Putzmitteln Ammoniak-Dämpfe reizen bereits in geringer Konzentration die Augen und Atemwege; Ammoniumverbindungen erhöhen das Suchtpotenzial von Zigaretten
Aromatische Amine
z. B. Anilin
kommen in der Natur nicht vor; Zwischenprodukte bei der Farbstoffsynthese krebserzeugend; verursachen Harnblasenkrebs
Arsen in Rattengift krebserzeugend, die Inhalation von Arsendämpfen verursacht Schleimhautreizung
Benzol Antiklopfmittel im Benzin krebserzeugend; verursacht Leukämie
Blausäure in der Herstellung von Cyaniden, Farbstoffen eine der toxischsten Substanzen im Tabakrauch; Kurzzeitexposition kann zu Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen führen
Blei in Batterien krebserzeugend, langfristige Belastung kann Schäden an Gehirn, Nieren, Nervensystem und roten Blutkörperchen hervorrufen, schädigt den Fetus
1,3-Butadien Grundstoff für Autoreifen, in Autoabgasen krebserzeugend, reizt Augen, Nasenwege, Rachen und Lunge
Cadmium in Batterien krebserzeugend, kann bei Langzeitexposition die Nieren schädigen
Chinolin Farb- und Kunststoffe, zur Konservierung anatomischer Präparate reizt Augen, Nase, Rachen, kann Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit auslösen
Formaldehyd in der Holzverarbeitung, zur Leichenkonservierung krebserzeugend, das Gas reizt die Augen und die Atemwege
Hydrazin Raketentreibstoff krebserzeugend
p-Hydrochinon Entwickler in der Fotografie krebserzeugend, schädigt die Bindehaut und die Hornhaut des Auges
Kohlenmonoxid entsteht bei der unvollständigen Verbrennung fossiler Brennstoffe, in Autoabgasen blockiert den Sauerstofftransport im Blut, kann Blutgefäße schädigen
Naphthalin in Mottenkugeln krebserzeugend; die Dämpfe reizen Augen und Atemwege
Nickel in Batterien, Metall-Legierungen krebserzeugend, reizt die Atemwege; verursacht Lungenentzündung
Nitromethan Treibstoff für Rennmotoren krebserzeugend
N-Nitrosamine in gebrauchten Motorenölen, in Gummi krebserzeugend
Phenol Herstellung von Phenolharzen krebserzeugend; reizt Haut, Augen und Schleimhäute
Polonium 210 alpha-Strahler, in Messgeräten stark radiotoxisch
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
z. B. Benzo[a]pyren
in Autoabgasen, in Verbrennungsabgasen krebserzeugend
Styrol in der Herstellung von Kunststoffen und Kunstharzen krebserzeugend, Exposition führt zu Störungen des Zentralnervensystems, Kopfschmerzen, Erschöpfungszuständen, Depression
Toluol Zusatz in Benzin, Lösungsmittel chronische Inhalation reizt die oberen Luftwege und die Augen, führt zu Heiserkeit, Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen
Quellen: 
GESUNDheit.gv.at, Gesundheitsschäden durch Passivrauchen
GESUNDheit.gv.at, Giftcocktail Tabakrauch
Bildnachweis Titelbild: KI-generierte symbolische Illustration – keine Originalaufnahme
Abbildung "Tabakrauch": C.O.P.S GmbH, in Anlehnung an Deutsches Krebsforschungszentrum