
Prof Dr.
Riccardo Polosa
Direktor des Instituts für Innere Medizin und Klinische Immunologie an der Universität Catania (Italien)
Eine häufige Frage vieler Raucher lautet: Ist der Umstieg auf die E-Zigarette gesundheitlich sinnvoller als weiter Tabak zu rauchen? Mehrere Studien deuten darauf hin, dass beim vollständigen Umstieg auf E-Zigaretten die Belastung durch typische Verbrennungsstoffe deutlich sinkt. Denn anders als bei der klassischen Zigarette wird kein Tabak verbrannt.
Besonders bekannt ist eine Langzeitstudie rund um Prof. Riccardo Polosa, die regelmäßige E-Zigaretten-Nutzer über mehrere Jahre beobachtete. Dabei wurden unter anderem Lungenfunktion, Blutdruck, Herzfrequenz und Atemwegsbeschwerden untersucht. Laut den zusammenfassenden Berichten zeigten sich bei den untersuchten Dampfern keine auffälligen Verschlechterungen gegenüber der Kontrollgruppe.
Empfehlungen aus der Studie
- E-Zigaretten und Liquids sollten jedenfalls zertifiziert und für den europäischen Markt zugelassen sein
- Liquids sollten keinesfalls selbst angemischt werden, da auch ölige Flüssigkeiten und Aromastoffe von nicht-zertifizierten Anbietern in Verdacht stehen, schwere Atemwegserkrankungen auszulösen
- Raucher sollen sich bewusst sein, dass die Entwöhnung nicht von einem auf den anderen Tag stattfindet
- Nicht jeder Starkraucher würde es schaffen, schlussendlich auf komplett nikotinfreies Liquid umzusteigen, wenngleich es sehr viele schaffen
Zusammenfassend
- Dampfen ist eine gute Umstiegsmöglichkeit, um langfristig das Rauchen aufzuhören – vor allem für starke Raucher
- Es gab keine signifikanten medizinischen Unterschiede zwischen den E-Zigaretten-Nutzern und der Nichtraucher-Kontrollgruppe
- Selbst bei „Intensivdampfern“ konnten die Wissenschaftler keine pathologischen Befunde in der Lunge nachweisen

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Wichtig ist aber die richtige Einordnung: Das bedeutet nicht, dass Dampfen „gesund“ ist. E-Zigaretten können Nikotin enthalten und sind nicht für Nichtraucher, Jugendliche, Schwangere oder Personen mit Vorerkrankungen gedacht.
Für erwachsene Raucher kann die E-Zigarette dennoch eine weniger belastende Alternative sein, wenn sie vollständig vom Tabak wegkommen. Entscheidend ist dabei: Nicht zusätzlich rauchen, sondern konsequent umsteigen.
Die Studienlage spricht sich also ganz klar dafür aus, dass E-Zigaretten im Vergleich zur Tabakzigarette deutlich weniger Schadstoffe beinhalten, wenn sie von einem regulierten Fachhandel stammen. Harmlos sind sie deshalb nicht – aber für erwachsene Raucher ist der vollständige Umstieg ein sinnvoller Schritt weg vom Tabakrauch.
Weiterführende Informationen,...
Es ist allgemein bekannt, dass E-Zigaretten und die damit verdampften Liquids – sowohl nikotinhaltig, als auch nikotinfreie – im europäischen Raum stark reguliert werden.
Nicht zuletzt das absolute Werbeverbot innerhalb der EU, welches nun schrittweise greift:
- Für Zigaretten seit 2021
- Für Tabak-Erhitzer (wie bspw. IQOS) ab 2023
- Für E-Zigaretten ab 2024
Quelle:
Wissenschaft.de, Langzeitstudie belegt: E-Zigaretten weniger schädlich als Tabakkonsum
BfTG, Aktuelle Langzeitstudie zum E-Zigaretten-Konsum: Keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen nachweisbar
Bildnachweis Titelbild: KI-generierte symbolische Illustration – keine Originalaufnahme
Bild von Prof. Dr. Polosa: infocusthr.org